Treynor Ratio: Eine Maßzahl zur Bewertung des Risiko-Rendite-Verhältnisses

Im Portfolio-Management als auch in der Bewertung von Anlagestrategien ist es entscheidend, nicht nur die erzielte Rendite eines Investments zu betrachten, sondern auch das damit verbundene Risiko zu bewerten.

Eine der Kennzahlen, die dabei hilfreich sein kann, ist das Treynor Ratio. Dieses Maß, benannt nach dem US-amerikanischen Ökonomen Jack Treynor, bietet eine Möglichkeit, die Performance eines Portfolios unter Berücksichtigung des systematischen Risikos zu bewerten.

Definition und Berechnung des Treynor Ratios

Das Treynor Ratio wird berechnet, indem die Überschussrendite eines Portfolios (d.h. die Differenz zwischen der Portfolio-Rendite und der risikofreien Rendite) durch den Beta-Faktor des Portfolios geteilt wird.

Der Beta-Faktor misst die Sensitivität des Portfolios gegenüber Marktschwankungen und stellt somit das systematische Risiko dar.

Treynor Ratio = (Rendite des Portfolios-risikofreie Rendite)/ Beta-Faktor des Portfolios

  • Die Rendite des Portfolios wird in der Regel als die CAGR (Compound Annual Growth Rate, deutsch: durchschnittliche jährliche Wachstumsrate) ausgedrückt.
  • Für die risikofreie Rendite werden in der Praxis kurzfristigen Staatsanleihen verwendet, wie z.B. 3-monatige US-Treasury Bills oder vergleichbare Staatsanleihen. Diese gelten als nahezu risikofrei, da die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls sehr gering ist.
  • Der Beta-Faktor misst, wie stark sich ein Wertpapier im Verhältnis zu einem anderen Wertpapier verändert, in der Regel wird dies anhand der Anlagestrategie im Verhältnis zum Vergleichsindex berechnet.

Die Treynor Ratio zeigt also, wie viel Überschussrendite pro Einheit des systematischen Risikos erzielt wird.

Anwendung und Interpretation

Das Treynor Ratio ist besonders nützlich, wenn es darum geht, die Leistung eines Portfolios in Relation zu seinem Risiko zu bewerten. Ein höheres Treynor Ratio deutet darauf hin, dass das Portfolio im Verhältnis zu seinem systematischen Risiko eine höhere Rendite erzielt. Dies kann für Investoren, die ihre Entscheidungen auf Basis des systematischen Risikos treffen, von besonderem Interesse sein.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass das Treynor Ratio nur das systematische Risiko berücksichtigt und nicht das unsystematische Risiko, welches durch Diversifikation minimiert werden kann.

Daher eignet sich diese Kennzahl besonders für gut diversifizierte Portfolios, bei denen das unsystematische Risiko bereits reduziert wurde.

Vergleich mit anderen Risiko-Rendite-Kennzahlen

Im Vergleich zu anderen Kennzahlen wie der Sharpe Ratio, die sowohl systematisches als auch unsystematisches Risiko berücksichtigt, fokussiert sich das Treynor Ratio ausschließlich auf das systematische Risiko.

Beispielhafte Anwendung des Treynor Ratios

Angenommen, wir haben ein Portfolio, das eine jährliche Rendite (CAGR) von 10 % erzielt, während die risikofreie Rendite bei 2% liegt. Der Beta-Faktor dieses Portfolios beträgt 1,2.

Die Berechnung des Treynor Ratios würde folgendermaßen aussehen:

Treynor Ratio = (10% – 2%)/1,2 = 6,67

Ein Treynor Ratio von 6,67 bedeutet, dass das Portfolio für jede Einheit des eingegangenen systematischen Risikos eine Überschussrendite von 6,67 erzielt.

Fazit

Das Treynor Ratio ist eine nützliche Kennzahl für die Bewertung der Performance eines Portfolios unter Berücksichtigung des systematischen Risikos. Durch den Vergleich der Überschussrendite mit dem Beta-Faktor bietet es eine präzise Einschätzung darüber, wie effizient ein Portfolio im Hinblick auf das Marktrisiko arbeitet.

Investoren, die ein besonderes Augenmerk auf das systematische Risiko legen, sollten das Treynor Ratio nutzen, um fundierte und risikoangepasste Anlageentscheidungen zu treffen.

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